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Der Maulwurf

von Kathrin Konjareck

Ich habe einen Maulwurf
der lebt in meinem Garten,
dem machte ihm den Vorwurf
er schände die Rabatten.

Er fraß die jungen Sprossen,
die ich grad gestern setzte.
Drum hatte ich beschlossen:
Die Tat war seine letzte.

Ich holte meinen Gartenschlauch
und Schaufel, Spaten, Hacke
damit das Tier, so wie es Brauch
ertrinkt in Schlamm und Schlacke.

Den größten Hügel sucht' ich aus,
den Schlauch steckte hinein.
Dann drehte ich das Wasser auf -
Die Rache war nun mein.

Doch leider merkt' ich bald voll Schreck,
das Wasser floß nicht unter
sondern auf der Erde weg
und plätscherte froh und munter.

Aus einer Pfütze vor mir guckt
der Maulwurf mir entgegen,
ganz pudelnaß und niest und spuckt
und alles meinetwegen!

Er tat mir leid, der überfall.
Ich trocknete sein Fell.
Dann diskutierten wir den Fall.
Wir einigten uns schnell.

Ich machte ihm ein Angebot,
und er fand das ganz machbar.
Er kriegt von mir sein Abendbrot
und gräbt ab jetzt beim Nachbar.


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