Maulwürfiges--->Wissenswertes--->FAQ

FAQ / Häufig gestellte Fragen

GRABTECHNIK des Maulwurfs:
SCOCZEN (1958: Determination of the sex of moles…etc.) hat das Graben tiefer Gänge recht genau dargestellt: Nie wird beim Graben der Kopf mit der Schnauzpartie eingesetzt. Das gilt auch dann, wenn im Lockenboden gewühlt wird. Die zur Form einer Schaufel phylogenetisch umgestalteten Vorderfüße sind das einzige Grabwerkzeug des Maulwurfs. Filmdokumente verdeutlichen in der Zeitlupe, dass stets eine Vorderpfote neben der Schnauze nach vorn geführt wird. Die nach außen gedrehte Handfläche kratzt Erde los und schiebt – meist alternierend mit der anderen – den Erdaushub kräftig zur Seite und nach hinten unter den Bauch. In kurzen Abständen wird das anfallende Lockermaterial von dort mit einem Fuß hinter den Körper gescharrt und bleibt da zunächst liegen. Hat sich hinter dem Gräber genug Erde angesammelt, dreht sich das Tier mit einer katzenartig eleganten Wende im Gang um 180° in der Horizontalen und schiebt jetzt den Abraum mit den abwechselnd eingesetzten Handflächen kräftig vor sich her zum Ausgang, d.h. zum Hügel: Der Maulwurf >baggert< - ähnlich wie ein Räumfahrzeug mit Erdschild. Dabei schützt stets ein Handrücken Kopf- und Nasenpartie. Es werden rhythmisch jeweils drei oder vier Schübe mit der einen Schaufelfläche ausgeführt; dann erfolgt Seitenwechsel und eine wenige Sekunden betragende Pause, anschließend drei oder vier Räumbewegungen mit der anderen Schaufel.

QUELLE: Der Maulwurf: Talpa europaea / Günter R. Witte. – Magdeburg: Westarp-Wiss., 1997 (die neue Brehm-Bücherei, Bd. 637)

********************************************

LAUTÄUSSERUNGEN des Maulwurfs:
Der Maulwurf verfügt über Lautäußerungen, die im folgenden beschrieben werden.

1. Fauchen-Zischen: auffälligste intraspezifisch eingesetzte Lautäußerung von Talpa europaea. Ein vom unterlegenen Tier produzierter Defensivlaut von distanzvergrößernder Funktion. Derselbe Laut wird auch bei interspezifischen Auseinandersetzungen geäußert.

2. Andere Lautäußerungen wurden während der Brunftzeit und bei aggressionsfreien Begegnungen zwischen verschiedenen Individuen festgestellt.

3. Es ist denkbar, daß Talpa überdies durch Kratzgeräusche nonverbal kommuniziert (CIBA 1991).

4. In Menschenobhut sind Maulwürfe besonders während der Nachtstunden verstärkt lautaktiv: Dabei werden 99,3 % der nächtlichen Laute während der Ruhephasen im Nest geäußert. Diese Laute liegen im Frequenzbereich zwischen 50 und 5.000 Hz; sie werden als Einzellaute oder in Serien (mit bis zu 655 Einzelelementen) etwa im Sekundenabstand gesendet. Einzelelemente solcher Rufreihen sind ein- bis dreisilbig; sie setzen sich aus 18 Grundelementen zusammen. CIBA protokollierte Klänge mit bis zu drei Oberschwingungen (Glucksen, Piepsen), Geräusche (Knacken) und Kombinationslaute (Knuspern, Quieken).

Mit dem Brunftzyklus ist eine quantitative und qualitative Veränderung der nächtlichen akustischen Signale festzustellen: Während der Brunft wird das Maximum an Lautaktivität dargeboten.

QUELLE: Der Maulwurf: Talpa europaea / Günter R. Witte. – Magdeburg: Westarp-Wiss., 1997 (die neue Brehm-Bücherei, Bd. 637)

********************************************

ALTERSSTRUKTUR des Maulwurf:
Über das erreichbare Alter von freilebenden Maulwürfen (natürlich werden sie in Gefangenschaft ohne natürlich Feinde älter) gibt es nur Durchschnittsangaben. Man hat Gruppen untersucht und die Alterstruktur folgendermaßen ermittelt:

Ausgangspunkt 100 Maulwürfe also 100 %

davon 67 % einjährig
22 % zweijährig
7 % dreijährig
3 % vierjährig
1 % fünfjährig

QUELLE: Der Maulwurf: Talpa europaea / Günter R. Witte. – Magdeburg: Westarp-Wiss., 1997 (die neue Brehm-Bücherei, Bd. 637)
 

Themenübersicht